Meister Hörakustik: Inhabergeführte Fachgeschäfte neu denken

Alina Strasser und Christopher Meister führen seit 2020 ihren Hörakustik Meisterbetrieb in München Großhadern. In kurzer Zeit bauten sie weitere Franchise-Filialen auf. Wir sprachen mit ihnen über die Hürden der Unabhängigkeit und die Chancen der Digitalisierung, über Präsenz, Positionierung und Potenziale.
Das Interview
Wie kam es dazu, dass sich Meister Hörakustik in den wenigen Jahren seit Gründung so stark entwickelt hat?
Die Entwicklung entstand aus einer klaren Beobachtung im Markt. Viele Hörakustikermeister:innen wollten den Schritt in die Selbstständigkeit gehen – oft auch ganz bewusst weg von klassischen Filialstrukturen großer Ketten.
Was sie jedoch zurückgehalten hat, war nicht der fehlende Mut oder die fehlende Kompetenz, sondern die Vielzahl an Aufgaben, die mit einer Gründung verbunden sind: Standortsuche, Finanzierung, Marketing, Abrechnung, Organisation und betriebswirtschaftliche Verantwortung. Genau hier setzen wir an.
Wie geht Ihr dabei vor?
Die Meister Hörakustik GmbH gründet gemeinsam mit engagierten Meister:innen ein eigenes Fachgeschäft – und macht sie zu Mitinhaber:innen. Was man mitbringen muss, ist Leidenschaft für Qualität und für den Beruf. Was man nicht mitbringen muss, sind BWL-Kenntnisse, ausgearbeitete Marketingpläne oder Angst vor der Selbstständigkeit. Wir übernehmen alles rund um Standort, Prozesse, Administration und Abrechnung. Unsere Partner:innen können sich ganz auf Hörakustik und persönliche Kundenbetreuung konzentrieren. Unser Ziel ist, mehr unabhängige, inhabergeführte Hörakustik-Fachgeschäfte zu haben – und weniger anonyme Kettenstrukturen.
Wie positioniert man sich als inhabergeführtes Unternehmen gegenüber den Filialisten?
Im Grunde müssen wir den Ketten dankbar sein. Sie schaffen ein Bewusstsein in der Bevölkerung. Wir könnten schließlich keine TV-Werbung schalten und in diesen Dimensionen Aufklärungsarbeit leisten. Wir suchen mit unseren Läden durchaus auch die Nähe zu Filialisten. Der Erstkunde kennt den Unterschied noch nicht, aber wenn wir unsere Arbeit gut machen, sich unsere Kompetenzen herumsprechen, dann kommen die Leute zu uns.
Cochlea-Implantate, Pädakustik, In-Ear, Hausbesuche, Gehörschutz – Ihr bietet alles an. Warum?
Mit unserem ganzheitlichen Konzept kommen wir nie in eine Sackgasse. Der Kunde kann wegen allem zu uns kommen und hat einen Ansprechpartner in allen Situationen. Wir müssen ihn nie weiterschicken. Außerdem bleibt es so immer spannend und abwechslungsreich. Und wir gewinnen an Erfahrung, an Einblicken, an Kunden. Wir mögen etwa am Gehörschutz nicht viel verdienen, aber es ist ein Marketing-Tool, weil wir dadurch oft weiterempfohlen werden. „Ach, zu Ihnen schicke ich meine Oma“ – derart Sätze hören wir häufiger.
Wie baut man als junger Meisterbetrieb grundsätzlich einen Kundenstamm auf?
Man muss Präsenz zeigen. Wir haben uns bei Schulen vorgestellt, bei Kinderzentren, haben Kooperationen mit den führenden CI-Kliniken. Wenn man Einsatz bringt, dann nimmt es irgendwann Fahrt auf. Wir werden zu Selbsthilfegruppen eingeladen oder halten einmal jährlich einen Vortrag in Kliniken.
Und ein weiterer Weg führt wahrscheinlich über digitale Präsenz?
Absolut. Der SEO-optimierte Web-Auftritt ist essenziell, inklusive einfacher Terminbuchung. Genauso wichtig ist unser Google Unternehmensprofil. Wir verteilen Rezensionskarten, damit sich die Zufriedenheit auch digital herumspricht. Und wir haben es in allen Bereichen personalisiert, haben die Produkte eingepflegt, so dass man darüber auf unsere Seite kommt. Und wir haben eine eigenständige Seite für unsere Hausbesuche. Wer also nach Hausbesuchen in München sucht, landet sicher schnell bei uns.
Was ist für Euch in punkto Digitalisierung noch wichtig?
Die Digitalisierung ist der entscheidende Weg, die Struktur so einfach wie möglich zu gestalten. Und das ist wirklich wichtig, speziell bei so komplexen Bereichen wie der Vertragsgestaltung. Hier kann man mit einem tief verankerten Software-System viel Arbeit sparen. Wir haben alle Kassen eingepflegt, müssen nicht darüber nachdenken, was bei wem möglich ist und was nicht. Und schließlich unterschreiben die Menschen digital und es geht raus. Und generell sind wir im sensible IT-Bereich dankbar, mit Computersysteme Lonz einen Dienstleister gefunden zu haben, der uns regelmäßig schult perfekt betreut und 24h am Tag die IT-Sicherheit in unseren Filialen im Blick behält.
Seid Ihr auch auf den Sozialen Medien aktiv?
Das ist tatsächlich noch eine Leerstelle. Das liegt zum einem an der Zeit, zum anderen auch am Wissen. Wir machen nichts leichtfertig oder überstürzt. Für uns ist es wichtig, das Feld wirklich zu verstehen, weil man auch einiges falsch machen kann. Aber es ist durchaus ein wichtiger Bereich, den wir angehen möchten.
Wie wird sich das Berufsbild des Hörakustikers in den nächsten zehn Jahren verändern?
Unsere Branche steckt wie so viele andere im Wandel. Uns reizt es, immer auf dem neuesten Stand zu sein und wir freuen uns auf die Technologien, die kommen werden. Die Künstliche Intelligenz wird sicherlich noch einmal einen Schub bringen. Dann gibt es Entwicklungen, wie Abo-Modelle, an denen wir bereits arbeiten oder neue Buchungstools, die wir uns anschauen. Was sich nicht ändern wird: die Kundenbeziehung, die auf Vertrauen, auf Nähe und Service aufbaut. Unsere jüngere Zielgruppe mag sich noch mehr digital informieren, doch die persönliche Beziehung und der Service stehen weiterhin im Zentrum.
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