Stadt, Szene, Service: Ein Blick hinter die Kulissen von Citybiker

- Citybiker erschließt mit hochwertigen Fahrrädern neue, urbane Zielgruppen mit steigender Kaufbereitschaft
- Die wachsende Produktvielfalt macht fundierte Beratung zum zentralen Erfolgsfaktor im Verkauf
- Die Geschäftsführung setzt auf digitale Inhalte, um Beratung effizient vor den Ladenbesuch zu verlagern
- Versicherung ist fester Bestandteil der Verkaufsargumentation – oft wichtiger als klassische Sicherung
- Persönliche Beratung bleibt bei komplexen Anforderungen der entscheidende Differenzierungsfaktor
Im 7. Wiener Bezirk eröffneten Gernot Frank und Radek Gabrys 2006 einen der ersten Fahrradläden mit klarem urbanem Fokus. Citybiker ist heute eine Institution in Wien – und über die Stadt hinaus. Wir haben mit Gernot über leiwande Räder (Anmerkung: wienerisch für coole Räder), sichere Verkaufsargumente und den Nutzen von YouTube gesprochen.
Das Interview
Gernot, herzlichen Glückwunsch zum 20-Jährigen! Was sind die prägnanten Entwicklungen, die Dir in den Sinn kommen, wenn du an die letzten zwei Jahrzehnte denkst?
Erstens kommt mir in den Sinn, wie viel sich getan hat. Aber was auf jeden Fall gleich präsent ist: Wir verkaufen heute auch im Winter coole, hochpreisige Räder an Kunden, die damals niemals ans Fahrradfahren gedacht hätten. Und in dieser Käufergruppe finden sich auch Menschen, die Entscheidungträger sind oder Einfluss haben und somit auf die Stadtinfrastruktur einwirken können. Auch deshalb hat sich in Wien in den letzten Jahren viel für Radfahrer getan.
Ein weiterer Punkt: Die Coolness der Fixie-Szene ist auf den restlichen Fahrradbereich übergeschwappt. Die Radindustrie ist spannender geworden und heute sind wir an einem Punkt, wo es immens viele Radvarianten gibt. Das ist auf der einen Seite herausfordernd, weil so viel Know-how erforderlich ist, um für den Kunden auch die richtige Wahl zu treffen. Auf der anderen Seite feiere ich es aber natürlich.
Dann war da auch noch der Boom des E-Bikes: Wie hat das die Anforderungen an Euch als Fachhändler verändert?
Für uns in Wien ist die Herausforderung, dass es viel zu wenig Radabstellplätze gibt. Wir haben sehr viel Altbau und da ist das E-Bike schwer unterstellbar – das ist wirklich ein begrenzendes Element. Leichte, agile E-Bikes mit entnehmbarem Akku gibt es leider nicht so viele. Eine Lösung ist das Brompton: Da habe ich ein Rad ohne Angst haben zu müssen, dass es gestohlen wird.
Und dann ist die Versicherung für uns ein Verkaufsargument. Tatsächlich ist sie in der Beratung ein wichtigeres Tool als das Schloss. Hier in Wien haben wir Kunden, denen wurden im Jahr drei Räder gestohlen. Wir empfehlen deshalb allen eine Radversicherung und sobald man es anspricht, ist eigentlich jeder offen und interessiert. Beim Lastenrad ist der Diebstahl weniger das Versicherungsthema, dafür aber der Verschleiß.
Hat sich der Werkstatt-Anteil bei Euch stark erhöht?
Wir machen mehr Werkstatt, ja, und haben Plätze ausgebaut. Aber das liegt daran, dass wir mehr und mehr Räder verkaufen. Für uns im Zentrum von Wien ist die Fläche immer das begrenzende Element.
Wie viel Zeit nehmt Ihr Euch für den Kunden?
Das ist unterschiedlich. Es gibt sehr, sehr einfache Kunden – und Kunden mit höherem Beratungsbedarf. Wir versuchen aber mehr und mehr, die Beratung vorwegzunehmen. Kunden, die alles wissen wollen, informieren sich vorab online und wir nutzen das, um lange Beratungen abzufedern. Ich erkläre das Produkt für unseren YouTube-Kanal einmal vor der Kamera und spare mir dadurch die ständigen Wiederholungen im Geschäft. Deshalb wollen wir den YouTube-Kanal in Zukunft mit vielen weiteren Produkten ausbauen.
Habt Ihr für den digitalen Content-Part extra jemand eingestellt?
Ja, allerdings einen Autodidakten. Wir hatten über die Covid-Jahre zu wenig Zeit und ich wollte jemanden, der das Geschäft wieder richtig cool macht und unsere Marke nach außen transportiert. Wir haben allerdings keinen Redaktionsplan. Dahingehend sind wir noch recht dilettantisch. Aber oft muss man bei einem Produkt-Launch auch spontan agieren und schnell ein Video produzieren.
Welche digitalen Tools nutzt Ihr ansonsten?
Wir haben schon auch mit automatisierten KI-Antworten bei Telefonanfragen und online experimentiert, aber es war keine befriedigende Lösung dabei. Die Anfragen sind einfach zu speziell. Wir haben auch noch Potenzial, unsere Kunden aktiver an Service und Wartung zu erinnern.
Wie entwickelt sich das Leasinggeschäft in Österreich?
Positiv. Im Gegensatz zu Deutschland haben wir sehr guten Wachstum und der öffentliche Dienst steht noch aus. Es wird sehr gut nachgefragt, wir wachsen zweistellig.
Du hast den sichtlichen Ausbau der Radinfrastruktur in Wien schon angesprochen. Spürt Ihr dadurch eine neue Käuferschicht und wie engagiert Ihr Euch?
Ja, natürlich spüren wir das. Aus meiner Sicht sind die Entwicklungen wunderbar, auch wenn es noch besser, noch sicherer werden könnte und hoffentlich auch werden wird. Wir supporten einerseits die Radlobby (eine verkehrspolitische Plattform in Wien) mit Mitgliedsbeiträgen, Annoncen und auch einem Stand an deren Festival. Wir tauschen uns auch direkt in Branchentreffs mit dem Fahrradbeauftragten der Stadt aus und wissen so, was sich tut und warum sich was nicht tut.
Auf welche Entwicklungen freust Du Dich sonst noch in den kommenden Jahren?
Auf mehr sinnvolle Räder welcher Art auch immer. Räder, die nicht nur ästhetisch toll sind, sondern die wichtige Tools im Alltag sind. Alles, was in diese Richtung geht, begeistert mich. Das sind etwa Kompakt-Cargobikes, ein Segment, das noch besser werden wird. Ich glaube, dass simple Mini-Lastenräder für viele Situationen komplett ausreichend sein werden.
Eine Sache, die ich hingegen schlecht einschätzen kann, ist das Gebrauchtradsegment. Wann und wie macht es preislich Sinn? Wie stellt man es online oder auf der Fläche dar. Es ist bisher ein Thema, das uns nicht tangiert und ich sehe das Feld derzeit noch sehr schwammig. Aber grundsätzlich freue ich mich über jedes Rad, das in der Stadt gefahren wird – und unsere Stadt damit noch lebenswerter macht.
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