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Vom Radsport zum Vertriebsprofi: Einblicke aus dem ersten Alteos Rad-Talk

Von
Jule Hinz
erstellt am
02
.
01
.
2026
aktualisiert am
02
.
01
.
2026
Lesezeit
5
min.
Jan-Niklas Runge
Gegencheck von
Jan-Niklas Runge
  • Karla Sommer und Sissi Pärsch bündeln zentrale Fragen aus dem Rad-Talk und geben praxisnahe Einblicke in aktuelle Herausforderungen des Fahrradhandels.
  • Social Media entfaltet Wirkung vor allem dann, wenn die eigene Zielgruppe dort aktiv ist und Inhalte authentisch aus dem Arbeitsalltag entstehen.
  • Eine Fokussierung auf Kernzielgruppen ist dann sinnvoll, wenn sie zur eigenen Kompetenz und zum Ladenprofil passt.
  • Workshops und lokale Community-Angebote können besonders für Frauen über 35 einen niedrigschwelligen Einstieg bieten.
  • Urbane Mobilität, Gravel-Bikes, E-MTB und digitale Services gehören zu den Themen, die im Rad-Talk als relevant für die weitere Entwicklung benannt wurden.

Was bewegt den Fahrradhandel aktuell? Beim ersten Alteos Rad-Talk wurde sichtbar, wie Händlerinnen und Händler Social Media nutzen, Zielgruppen ansprechen und mit welchen Trends sie sich im Alltag beschäftigen. Die wichtigsten Einblicke aus dem Austausch – von urbaner Mobilität über digitale Prozesse bis hin zu Community-Formaten – sind hier kompakt zusammengefasst.

Der erste Alteos Rad-Talk zeigte, wie vielfältig die Themen sind, die den Fahrradhandel derzeit bewegen. Karla Sommer (velokin) und Sissi Pärsch gaben praxisnahe Einblicke in Vertrieb, Zielgruppen und aktuelle Entwicklungen und stießen damit auf großes Interesse im Publikum. Aus dem Austausch entstanden zahlreiche Nachfragen aus dem Alltag des Handels.

Die folgenden Antworten fassen zentrale Impulse aus dem Gespräch zusammen – aus der Praxisperspektive von Karla Sommer und Sissi Pärsch und mit Blick auf Fragestellungen, die viele Händler aktuell beschäftigen.

Fragen & Antworten aus dem Rad-Talk

Welche Rolle spielen Social Media Kanäle wie TikTok, Facebook und Instagram in der Informationsbeschaffung – besonders im Blick auf die Ansprache von Frauen und Männern?

Karla Sommer: Der Rad-Report zeigt, Facebook und Instagram sind für die meisten Kundinnen und Kunden kaum eine echte Informationsquelle. Vor dem Kauf informieren sie sich dort nur sehr begrenzt über den Fahrradhandel.

Sissi Pärsch: Einige Fahrradhändler nutzen Instagram erfolgreich. Entscheidend ist jedoch immer, ob sich dort tatsächlich die eigene Zielgruppe aufhält und ob sich eine relevante Community aufbauen lässt.

Karla Sommer: Wichtig ist auch: regelmäßige Content-Produktion ist anspruchsvoll. Wer auf Social Media sichtbar sein möchte, braucht Struktur und klare Zuständigkeiten. Erfolgreiche Händler haben meist jemanden im Team, der sich ausschließlich um die Bespielung von Social Media kümmert.

Wenn ich meine Zielgruppe bereits gut kenne, soll ich mich voll auf sie konzentrieren oder parallel neue Gruppen erschließen?

Karla Sommer: Neue Zielgruppen können sinnvoll sein, wenn die Ansprache authentisch gelingt. Das erweitert die Reichweite und macht das Angebot vielfältiger. Es ist jedoch ebenso legitim, sich bewusst auf eine Kernzielgruppe zu konzentrieren – etwa, wenn der Schwerpunkt des eigenen Ladens im Gravel- oder Rennradbereich liegt. Man sollte sich die folgenden Fragen stellen:

  • Was ist die eigene Kernkompetenz?
  • Wen erreiche ich bislang nicht?
  • Könnte ich diese Zielgruppe glaubwürdig ansprechen?

Wenn im Team eine Person für ein bestimmtes Thema brennt, lässt sich diese Begeisterung gut nutzen, um auch potentielle Kunden damit zu begeistern. Authentizität entsteht außerdem, wenn Mitarbeitende Produkte selbst testen und aus eigener Erfahrung sprechen können.

Welche Online-Communities eignen sich für Frauen (Ü35) – und wie erreiche ich sie jenseits eines einfachen Website-Links?

Sissi Pärsch: Der erste Schritt kann lokal erfolgen. Regionale Gruppen oder Initiativen sind oft zugänglicher als große digitale Communities. Ein kurzer Workshop oder ein After-Ride-Brunch schaffen Nähe und Vertrauen.

Karla Sommer: Eine Verlinkung auf der Website reicht meist nicht aus. Wirksam sind aktive deutschsprachige Communities auf Facebook, wie “Rennradfrauen” oder “Frauen auf Radreisen – mit und ohne Motor”, das Women-All-Ride-Kollektiv oder regionale Radfahrgruppen. Auch themennahe Frauengruppen – online wie offline – wie „Frauen über 40 – Austausch, Tipps & Hilfe“ oder lokale Meetup-Gruppen für Frauen 35+ eignen sich hervorragend, um Workshops, Probefahrten oder Einsteigerinnen-Abende zu kommunizieren. 

Ergänzend kann ein eigener Webseiten-Bereich mit Tipps, Erfahrungsberichten oder spezifischen Angeboten für Frauen 35+ Orientierung bieten. Am besten wirkt eine Kombination aus Community-Beteiligung, gezielter Ansprache und eigenen Inhalten, beispielsweise über YouTube.

Wie sieht ein gutes Workshop-Format für Frauen aus – Ablauf, Teilnehmerzahl und Preis?

Karla Sommer: Diese Workshops müssen nicht lang sein. Etwa eine Stunde reicht für grundlegende Themen wie Reifenwechsel, Schaltungseinstellung oder einfache Handgriffe. Eine entspannte Atmosphäre mit Kaffee oder Getränken erleichtert den Einstieg.

Ein Termin kurz vor Ladenschluss eignet sich gut, damit die Teilnehmerinnen vorher oder danach im Laden stöbern können. Kleine Toolkits wie Reifenheber von Crankbrothers oder nützliche Werkzeuge können das Angebot abrunden.

Für die Preisgestaltung funktionieren kleine Beträge oder ein freiwilliges Zahlungsmodell. Bewerben lässt sich ein Workshop über Aushänge im Laden, Hinweise in lokalen Geschäften oder regionale Fahrrad-Communities.

Wo endet Information – und wo beginnt Begeisterung? Wer sollte inspirieren: Händler oder Hersteller?

Sissi Pärsch: Gute Kommunikation verbindet Orientierung mit Inspiration. Begeisterung entsteht dort, wo sichtbar wird, wie verbunden jemand mit einem Thema ist. Das kann sich im Alltag zeigen, in kurzen Einblicken in den Ladenbetrieb, in authentischen Social-Media-Momenten oder in kleinen Unboxing-Videos. Dabei muss nichts perfekt sein – Nähe zählt mehr als Hochglanz. Lokale Ambassadors können zusätzliche Impulse setzen, indem sie Produkte testen und ihre Erfahrungen teilen. Auch Hersteller stellen häufig guten Content bereit.

Karla Sommer: Besonders wirksam sind Momente, in denen Menschen im Mittelpunkt stehen. Alltagsszenen, Team-Porträts oder kurze Produktvorstellungen schaffen Nähe und vermitteln Wissen. Authentisch gefilmter Content reicht völlig aus. Die Zusammenarbeit mit lokalen Ambassadors kann die eigene Sichtbarkeit zusätzlich erhöhen.

Was glaubt ihr, welche Trends werden die Fahrradbranche in den nächsten Jahren prägen? Was setzt sich durch, was verliert an Bedeutung, was bleibt?

Sissi Pärsch: Prognosen sind immer schwierig, da wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Infrastrukturpolitik weiterhin Unsicherheiten verursachen. Dennoch zeichnen sich einige Entwicklungen ab.

  • Die urbane Radmobilität wird weiter wachsen. Sicherheit, Diebstahlschutz, einfache Versicherungsangebote und Transportlösungen – etwa für Kinder oder Hunde – gewinnen an Bedeutung.
  • Das klassische Mountainbike hat es aktuell schwer. Das E-Mountainbike wird dagegen vielseitig genutzt, oft auch für Touren, Reisen und Alltagsstrecken.
  • Der Gravel-Bereich bleibt ein Erfolgsfaktor: Er ist niedrigschwellig, offen und nicht an bestimmte Szenen oder Leistungsanforderungen gebunden. Wie sich das Thema weiterentwickelt – etwa im Hinblick auf gerade Lenker oder Hardtail-Varianten – bleibt offen.
  • Kinder- und Jugendräder bleiben relevant. Viele junge Fahrerinnen und Fahrer sind bereits mit hochwertigen Einsteiger-Laufrädern groß geworden.
  • Im Rennradsegment wird weiteres Wachstum erwartet, unter anderem, weil immer mehr Frauen einsteigen und damit auch neue Kundengruppen nachziehen.
  • Digitalisierung spielt in allen Bereichen eine zunehmende Rolle. Sie kann, richtig eingesetzt, den Kontakt zu Kundinnen und Kunden stärken – etwa durch Service-Erinnerungen, Geburtstagsgrüße oder kurze persönliche Nachrichten.

Der Rad-Talk  in voller Länge

Im Rad-Talk wurde deutlich, wie vielfältig die Themen sind, die den Fahrradhandel aktuell beschäftigen – von Zielgruppenansprache über Kommunikation bis hin zu neuen Formaten im Laden. Die Einschätzungen von Karla Sommer und Sissi Pärsch zeigen, dass es weniger um schnelle Trends als um passgenaue Lösungen für den jeweiligen Standort geht.

Diese Perspektiven lassen sich durch Zahlen und Beobachtungen aus dem Rad-Report 2025 weiter einordnen. Die Ergebnisse aus Gesprächen mit mehr als 5.000 Radfahrerinnen und Radfahrern sowie 150 Beschäftigten im Handel zeigen, wo aktuell Chancen liegen und welche Themen im Alltag besonders relevant sind. Der Alteos Rad-Report steht hier zum Download zur Verfügung.

Wer das Gespräch vollständig hören möchte, findet hier die Audiospur des Rad-Talks mit weiteren Beispielen und Einschätzungen aus der Praxis.

Über Alteos

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